In diesem Beitrag möchte ich meine Erfahrungen, Gedanken und Emotionen zu meiner Verletzung Anfang März mit euch teilen. Dabei werde ich auch auf den Wiedereinstieg ins Training eingehen, aber auch auf die überbrückende Zeit der Regeneration.
Wie viele in meinem Freundeskreis und auch auf Instagram mitbekommen haben, habe ich mir am 6.März beim Snowboarden in Wagrain eine Radius,- + Handgelenksfraktur zugezogen. Der Arzt der mich direkt nach dem Unfall behandelt hat war ein essentieller Faktor für die optimale Genesung die ich hatte. Mein Glück war, dass bei der Fraktur keiner meiner Knochen verschoben wurde, und somit konnte ich einer Operation entgehen.
Für mich persönlich war dennoch klar: 8 Wochen ohne Training geht einfach nicht!
Doch was tun wenn man gezwungenermaßen beim Training aussetzen muss?
Ich habe sofort meinen damals aktuellen Trainingssplit pausiert und so oft es ging meinen Unterkörper trainiert. (ca. 3x wöchentlich). Da meine Beine dem Oberkörper sowieso etwas nachgehangen sind war es für mich sogar ein ziemlicher Vorteil so viel Zeit und Energie in den Unterkörper stecken zu können. Aufgrund dessen konnte ich nämlich in den 6 Wochen ca. 5-7cm Umfang an den Beinen dazugewinnen und in einigen Übungen auch viel stärker werden.
Natürlich konnte ich nicht jede Übung ohne Einschränkung durchführen. Dabei muss man Kreativität beweisen und sich aus allen verfügbaren Mitteln in MacGyver-Manier Adaptionen zu Maschinen basteln um die Übungen bestmöglich simulieren zu können. Was für mich persönlich aber auch ein großer Lernprozess war, da ich jetzt aus den wenigsten Dingen eine gut funktionierende Übung konstruieren kann.
Vom Trainingsvolumen in den 6 Wochen kann ich leider keine genauen Prozentangaben machen. Ich habe jedes Training so hart und schwer gestaltet wie es mir zu dem Zeitpunkt möglich war und habe kaum Gewicht reduziert. Nach allen 2 Wochen hatte ich aber einen Deload dringend nötig, bei dem ich mit ca. 50% meines normalen Trainingsvolumens in Form von Gewichtsreduktion gearbeitet habe.
Sobald der Gips abgenommen wurde habe ich mich langsam an vorerst ziehende Übungen herangetastet und versucht welche mir möglich sind und welche nicht. Je nach dem habe ich diese dann in einen Oberkörper Unterkörper Split mit einer Frequenz von 2:3 übernommen und bis zur Schmerzgrenze ausgereizt. Nach 4 Wochen ab Gipsabnahme war es mir wieder langsam möglich drückende Übungen auszuführen. Nun bewege ich mich mittlerweile schon wieder im Hypertrophiebereich von 10-14 Wiederholungen.
Mindset
Normalerweise bin ich persönlich bei gezwungenen Pausen, hervorgerufen durch Verletzung, Erkrankung etc. schnell aus meiner gelassenen Fassung zu bringen. Nur dieses Mal nicht und ich weiß auch warum: Es gibt einen Breaking Point an dem man sich entweder dafür oder dagegen entscheidet.
Man entscheidet sich für Progress oder Stillstand. Für Negativität oder Drive. Aber auch für schnelle effektive, oder langsame weniger effektive Genesung.
Genau das habe ich davon gelernt. Und ich weiß auch noch wo meiner war: Als ich von der Piste abtransportiert wurde und in der Gondel mit dem zuständigen Pistenretter geredet habe. Durch seine Geschichten über sonstige Rettungen wurde mir klar dass meine Verletzung zwar in „meiner Welt“ fatal und extrem besch***en ist, in Seiner aber nur eine winzige Kleinigkeit.
Sonstige Genesungsmaßnahmen
Für Knochenbrüche kann ich auf jeden Fall empfehlen mit Cissus Quadrangularis zu supplementieren.
Diese Pflanze wird nicht um sonst im Volksmund auch als „Rückgrat des Teufels“ bezeichnet. Studien haben nachgewiesen, dass Knochenstrukturen unter Einnahme von Cissus 30% schneller und besser verheilen. Die übliche Dauer für Knochengenesung von 6 Wochen wird also auf ca. 4 Wochen verkürzt.
Ob das bei mir auch der Fall war, oder doch der Placebo Effekt seine Finger im Spiel hatte? – Ich weiß es nicht aber es ist mir auch egal, denn mein Handgelenk ist perfekt verheilt und wieder voll einsatzfähig und beweglich.
Beweglichkeit zurückerlangen
Nach Abnehmen des Gipses wurde mir keine Physiotherapie verschrieben. Die Belastung sollte ich je nach Schmerzempfinden wählen, aber natürlich nicht zu schnell wieder beginnen.
Aufgrund verschiedensten Belastungsarten in Form von Krafttraining, Alltagsherausforderungen etc. wurde ich sowieso immer wieder damit konfrontiert mobiler zu werden. Zusätzlich habe ich einige Übungen zur Re-Mobilisierung des Handgelenks täglich so oft es mir möglich war durchgeführt.
Bei Trainingsausfällen sollte man immer das längerfristige Ziel im Hinterkopf behalten. Somit lieber eine Woche länger pausieren, als seinen Körper unerholt zu belasten.
Denn das resultiert im Endeffekt in einer noch längeren Pause und stoppt unseren Fortschritt noch mehr.
In diesem Sinne,
„Jeder Rückschritt kann auch als Anlauf genutzt werden“
Bei Fragen zu diesem Thema schreib mir gerne eine Mail an jakobpingerpt@gmail.com oder eine Nachricht über meinen Instagram Kanal jakobpinger.pt